Sicher interessierst Du dich auch dafür, wie unsere Korkprodukte vom Baum bis zu Dir nach Hause kommen. Aber wie wird der Kork geerntet und später in der Manufaktur zu exklusiven Accessoires, Backpacks oder Bags weiterverarbeitet? Dieser Artikel verrät Dir mehr über die Herstellung unserer Produkte.

Bis eine Korkeiche das erste Mal geerntet werden kann, dauert es ungefähr 25 Jahre. Dann weist die Rinde eine entsprechende Qualität auf, um für unsere hochwertigen Produkte verwendet werden zu können. Der „männliche Kork“, der bei der ersten Ernte nach ca. 15 Jahren gewonnen wird, wäre hierfür noch zu wenig elastisch und könnte keine entsprechende Langlebigkeit und Robustheit der Produkte gewährleisten. Abhängig von den klimatischen Bedingungen kann die Rinde nun alle neun bis zwölf Jahre abgenommen werden, um den höherwertigen „weiblichen Kork“ zu erhalten, der schließlich auch für unsere Produkte geeignet ist.

Bei der Ernte wird lediglich die äußere Rinde (Borke) abgenommen. Dabei erfolgen jegliche Arbeitsschritte mit der Hand: Arbeiter* schlagen zuerst vorsichtig senkrechte Hiebe mit der Axt in die Borke des Stammes, anschließend wird der Schaft der Axt in die Schnittwunde gesteckt, um die Rinde gefühlvoll abzuhebeln, ohne die Kambiumschicht des Baumes zu verletzen. Somit ist gewährleistet, dass der Kork wieder nachwächst und weitere Ernten erfolgen können. Höher gelegene Stellen des Baumes werden nach demselben Prinzip meist beschwerlicher mit Leitern abgeerntet.

Kork-Herstellung_Skizze

Schließlich müssen die die Borken per Hand aufgesammelt und gestapelt werden. Nach der Ernte wird noch eine Zahl auf die Eiche gepinselt, damit ersichtlich ist, wann der Baum das nächste Mal frühestens wieder geerntet werden kann. In der Regel erfolgt die nächste Ernte desselben Baumes erst wieder nach neun Jahren. Die gestapelten Borken werden nun zu einer Sammelstelle gefahren und mindestens sechs Monate zum Trocknen gelagert.

Zur Weiterverarbeitung wird der Kork schließlich in einem kochenden Wasserbad desinfiziert. So können alle Keime und Schadstoffe entfernt werden. Zudem gewinnt der Kork an Elastizität und lässt sich noch besser stapeln. Nach dem Wasserbad folgt eine zweite, mehrwöchige Trocknung. Das macht den Kork noch härter und robuster.

Die gehärteten Borken sind nun bereit um zerschnitten, zerkleinert und zu Korkblöcken gepresst zu werden. Der Kork behält dabei nicht nur seine ganz natürliche Maserung, wie sie ursprünglich am Baum entstanden ist, sondern auch seine besonderen Eigenschaften (siehe: Das Naturprodukt Kork).

Teilweise werden bei der Herstellung unserer Produkte ergänzend noch synthetische Materialien in den Korkstoff eingearbeitet, die den Textilien eine außergewöhnliche Optik verleihen. Hierbei verzichten wir vollständig auf Materialien, die unsere Umwelt oder gar unsere Gesundheit schädigen könnten.

Die Korkblöcke werden nun in ein feines Korkgewebe geschnitten und je nach Fabrikat zum Teil auch noch gefärbt. Da unsere Fabrikate möglichst weich, flexibel und dennoch langlebig sein sollen, werden die Schichten sehr dünn geschnitten und teilweise zweiseitig laminiert. Sie können dann ideal als Textilien für unsere Produkte verwendet und weiterverarbeitet werden und versprechen Dir durch ihre natürliche Maserung ein echtes Unikat zu sein!

Die Korkfabrikate werden nun in der Manufaktur vernäht. Dazu muss zuerst ein großes Stück des Fabrikats von der Rolle geschnitten werden. Anschließend wird das exakte Schnittmuster auf das Stück gezeichnet, um die einzelnen Teile zurechtschneiden zu können, die später zum fertigen Produkt vernäht werden sollen. Hierbei muss sehr sorgfältig gearbeitet werden, da sonst später Mängel am Produkt sichtbar werden und die hochwertigen Korkfabrikate nicht verschwenderisch verarbeitet werden sollen.

Ein paar Impressionen direkt aus der Manufaktur haben wir für Dich nachfolgend zusammengestellt.

* zur besseren Lesbarkeit wurde in diesem Text teilweise die männliche Form verwendet, selbstverständlich sind immer auch weibliche und andersgeschlechtliche Personen gemeint.

Quellen:

Riedmiller (2017): Alentejo – Kulturlandschaft der Korkeiche