Das Naturprodukt Kork

Im folgenden Artikel haben wir einige wissenswerte Informationen zum Naturprodukt Kork für Dich zusammengefasst. Warum ist Kork für den Menschen so besonders? Woher stammt Kork? Und welche Vorteile bietet das Material gegenüber herkömmlichen Textilien? Wir möchten Dich auf eine kleine Mittelmeer-Reise zu den Ursprüngen dieses traditionellen und sehr besonderen Produktes mitnehmen. Viel Freude beim Lesen!

Schön, dass Du dich für das Naturprodukt Kork interessierst. Wenn Du auf dieser Seite gelandet bist, hast Du schon sehr vielen Menschen etwas voraus – Dein Interesse gilt einem echten Ausnahmeprodukt!

Mit „Kork“ ist in der Regel die äußere Rinde der Korkeiche (Quercus suber L.) gemeint. Die Rinde kann eine Stärke von einigen Zentimetern erreichen. Sie besteht aus abgestorbenen, mit Luft gefüllten Zellen und enthält die organischen Verbindungen Zellulose und Suberin. Durch Suberin, welches in den Zellwänden der Korkeiche eingelagert ist, erhält die Rinde ihre außergewöhnlichen Funktionen und Eigenschaften: Wasserundurchlässigkeit, Elastizität und Wärmeisolation. Diese Merkmale kann kein anderer natürlich vorkommender Rohstoff vorweisen. Aber der Reihe nach…

Bereits die antiken Römer haben Kork als Sohlenmaterial für ihre Sandalen genutzt. Schon damals hatten sie erkannt, dass Eichenbäume nicht nur zur Produktion von Weinfässern oder Schiffen geeignet sind, sondern die Rinde des Korkeichenbaums auch vielfältige weitere Verwendungsmöglichkeiten bietet. Die klimatischen Bedingungen im Mittelmeerraum, insbesondere in Portugal und in Süd- bzw. Südwestspanien, sind damals wie heute ideal für das Wachstum des Baumes. Während Spanier* ihren Eichenwald Dehesa bezeichnen, schätzen Portugiesen ihn unter dem Namen Montado. In der Antike wurde die Rinde eher als verwertbares Zusatzprodukt beim Fällen einer Eiche gesehen. In den letzten Jahrhunderten haben die Menschen aber mittlerweile erkannt, dass ein Eichenbaum nicht zwangsläufig gefällt werden muss, um von der außergewöhnlichen Rinde zu profitieren. Bereits der portugiesische König Dom Sancho I. hatte im 12. Jahrhundert Strafen an jene verhängt, die Korkeichen mithilfe von Stangen rüttelten. Immer mehr wusste und weiß man um die Bedeutung des Korkeichenbaums, auch weil die Regionen durch Waldbrände große Teile ihrer landwirtschaftlichen Nutzflächen verloren. Der Korkeichenbaum brennt im Gegensatz zu Pinien oder Eukalyptusbäumen nicht vollständig ab und kann sich nach einem Brand durch den Schutz der Rinde rasch erholen. In einigen Gebieten ist jedoch die Bodendegradation aufgrund von Bränden oder Rodungen so weit fortgeschritten, dass zuerst Pionierpflanzen zur Aufforstung verwendet werden müssen, um ursprüngliche Mittelmeerbäume wie die Korkeiche nach einigen Jahren wieder einpflanzen zu können. Wir möchten deshalb den REIF e. V. mit einem Euro pro verkauften 30€ Warenwert unterstützen, um die nachhaltige Wiederaufforstung in Portugal voranzutreiben und eine sehr empfehlenswerte Initiative zu fördern. (siehe auch: Lifestyle zur Nachhaltigkeit)

Zurück zur Korkeiche…

Ein einziger Baum kann während seines Lebens in der Regel zwischen 100 und 200kg Kork liefern und eine Wuchshöhe von bis zu 25m erreichen. Das würde ausreichen, um ungefähr 25.000 Weinkorken herzustellen. Die Korkeiche wächst in der Regel in Gebieten zwischen 150 und 600 Meter über NN und ist sehr lichtbedürftig und wärmeliebend, aber auch robust bei Dürren. Niedrige Bäume mit großen Kronen und starken Ästen liefern den höchsten Ertrag an Kork.

Mittlerweile wird das Material sehr vielfältig verwendet und weiterverarbeitet. Ein großer Teil des Korks wird zur Herstellung von Flaschenverschlüssen verwendet. Das Material kann aber auch als Bau- und Wärmedammstoff oder Fußbodenbelag oder technische Anwendungen (bspw. orthopädische Produkte) finden. In den vergangenen Jahren ist Kork zunehmend auch in der Modebranche beliebt (siehe auch: Wie werden meine Korkprodukte hergestellt?) und sogar die Raumfahrt bedient sich dem Naturprodukt aufgrund seiner ausgezeichneten hitzeschützenden Eigenschaften. Kork ist somit seit jeher für den Menschen eine sehr geschätzte und unersetzliche Ressource.

Im Hinblick auf die Qualität von Korkprodukten, weißt das Material zu den bereits in der Einleitung genannten Eigenschaften noch deutlich mehr positive Merkmale auf. Zuerst ist hierbei die Langlebigkeit zu nennen, die aufgrund der Widerstandsfähigkeit und Robustheit von Kork eine wichtige Grundlage dafür sind, dass unsere Produkte über Jahre hinweg stets treue Begleiter im Alltag sind. Zudem ist Schmutz auf dem Material leicht abwaschbar und ohne teure chemische Pflegeprodukte zu behandeln, da das Material undurchlässig für Flüssigkeiten, auf natürlicher Basis formbeständig und resistent gegen Abnutzungen ist. Sollte ein Produkt einmal in die Jahre gekommen sein, kann es umweltfreundlich recycelt werden.

Durch eine einzigartige Zusammensetzung sind Korkprodukte sehr leicht und weich. Das macht Sie zu idealen modischen Begleitern im Alltag. Sie stehen einem Lederprodukt in Nichts nach und sind ferner um ein Vielfaches schonender und freundlicher für die Umwelt. Dies zeigt sich bspw. in der Tatsache, dass die Textilindustrie bei der Herstellung von Korkmode keine tierischen Produkte verwertet oder gar ausbeutet. Des Weiteren ist das Material ideal für Allergiker, da es keinen Staub bindet (antistatisch), sich keine Hausmilben o. ä. im Material festsetzen können und wie bereits angedeutet zu einhundert Prozent vegan ist. Im Gegensatz zu Leder, das durch Gerbung teilweise sogar krebserregend sein oder Allergien hervorrufen kann, bekommst Du eine hundertprozentig biologisch abbaubare Naturressource.

Sowohl im Sommer als auch im Winter überzeugt das umweltschonende Material mit atmungsaktiven und wärmespeichernden Eigenschaften.

* zur besseren Lesbarkeit wurde in diesem Text teilweise die männliche Form verwendet, selbstverständlich sind immer auch weibliche und andersgeschlechtliche Personen gemeint.

Quellen:

Schütt et al. (2006): Enzyklopädie der Laubbäume, S. 500ff.

Schütt et al. (2002): Lexikon der Baum und Straucharten, S. 436

Riedmiller (2017): Alentejo – Kulturlandschaft der Korkeiche